Augmented Reality

„Warum sich mit einfacher Realität begnügen, wenn man sie auch erweitern kann?“

Augmented Reality (kurz AR) ist eine Technologie zur Erweiterung der wahrgenommenen Realität. Sie gehört zu den Wissenschaftsgebieten des 21. Jahrhunderts. Ergänzend zu den realen Sinneswahrnehmungen erhält der User dabei über ein technisches Device relevante Zusatzinformationen. Diese müssen nicht unbedingt als Text dargestellt werden, auch Bilder, Klänge, 3D-Modelle, haptische Interaktionen und mehr können Teil der Augmented Reality sein. Spannend wird die Technologie unter anderem dadurch, dass sich die Zusatzinformationen in Echtzeit an die Wahrnehmung anpassen. Je nachdem, was ins Sichtfeld – respektive in den Kamerasucher – gerückt wird, erscheinen digitale Informationen, die das Gesehene erläutern. So entsteht für den Anwender ein echter Mehrwert.

Die Erstellung einer erweiterten Realität erfolgt im Wesentlichen in drei Schritten: erfassen, erkennen, erweitern. Oder genauer: Bildaufnahme/-verarbeitung, Lageerkennung und Rendering, also Berechnung eines Bildes, Videos oder 3D-Objektes.

Für das Erfassen und Erkennen wird zunächst die Umgebung gefilmt, zum Beispiel mit dem Smartphone, dem Tablet oder der Webcam eines Laptops. Anschließend wird die Information verarbeitet und mit weiteren Daten angereichert, wie etwa jenen aus dem GPS-Empfänger. Eine Augmented Reality App, respektive eine entsprechende Landingpage, ergänzt diese Daten um digitale Inhalte und zeigt sie als erweiterte Realität an. So können dreidimensionale Informationen lagegerecht und in Echtzeit in die reale Umgebung eingebunden werden. Da die Positionsbestimmung von Subjekt und Objekten eine große Rolle spielt, ist die “erweiterte Wahrnehmung” technisch teilweise anspruchsvoller als die Virtual Reality, bei der eigenständige virtuelle Welten erschaffen werden.

Die Einsatzbereiche für Augmented Reality sind breit gefächert. So gibt es beispielsweise Apps, die Touristen die Orientierung in einer fremden Stadt erleichtern, indem sie Sehenswürdigkeiten oder Einkaufsmöglichkeiten samt entsprechender Entfernung anzeigen. Eine andere App erklärt die Sternbilder, wenn man die Smartphone-Kamera auf den Nachthimmel richtet. Mit einem Barcode-Scanner kann man sich Wissenswertes zu Produkten anzeigen lassen, das zu umfangreich für das Etikett wäre. Und auch der Vertrieb profitiert von Augmented Reality Apps, da sich komplexe Produkte und Vorgänge mithilfe von 3DAnimationen leichter veranschaulichen lassen. Gleichzeitig werden die Kunden bei der Planung unterstützt, weil sie z.B. ausprobieren können, wie sich ein neues Möbelstück in die reale Einrichtung einfügt. Den Möglichkeiten sind praktisch keine Grenzen gesetzt.

Augmented Reality zählt zu den sogenannten „most disruptive technologies“, die menschliche Gewohnheiten grundlegend verändern können. Mit ihrer enormen Innovationskraft verfügt Augmented Reality über ein riesiges Marktpotenzial. Dieses reicht von interaktiven Schulungen, Visualisierung von technischen Arbeitsschritten und Sicherheitswarnungen bis hin zum Einsatz in Medizin und Straßenverkehr. Das faszinierende Verschmelzen von realer und virtueller Welt wird auch in Zukunft für gesteigerte Markenerlebnisse und Begeisterung an Messeständen sorgen. In der Spielebranche wird ebenfalls bereits fieberhaft an bahnbrechenden Errungenschaften der neuen Ära gearbeitet. Fest steht bereits jetzt: Entsteht eine neue Idee, ist es nur eine Frage der Zeit, bis sie als erweiterte Realität umgesetzt wird. Und auch wenn der Verkauf von Google Glass – ein als Brille getragener Minicomputer mitAugmented Reality Funktionen – mit Mitte Januar 2015 eingestellt wurde, ist davon auszugehen, dass eine Folgeversion nicht lange auf sich warten lassen wird.

Vorteile für den Konsumenten:

  • Versorgung mit topaktuellen und relevanten Produktinformationen in Echtzeit
  • Erleichterung von Kaufentscheidungen
  • Gesteigerter Unterhaltungswert

Vorteile für Handel und Industrie:

  • Eindrucksvolle Live-Präsentation der Produktvorteile inklusive Projektion von Produkten in den realen Raum
  • Schaffung von emotionalen Einkaufserlebnissen mit Wow-Effekt
  • Stärkere Einbindung des Konsumenten durch virtuelle Interaktion, in Folge Beschleunigung der Kaufentscheidung sowie dauerhafte Marken- und Produkterinnerung
  • Möglichkeit, komplexe Produkte plakativ zu erklären
  • Ausgleich des Platzmangels in Printanzeigen; erweiterte, “lebendige” Werbemedien
  • Steuerbarer und personalisierbarer Content
  • Präzise Evaluierung durch Tracking der aufgerufenen Inhalte
  • Zeit- und Kostenersparnis bei Planung, Entwicklung und Konstruktion dank Virtual Prototyping und Virtual Content
  • Gefährdeter Datenschutz (Stichwort scanbarer, gläserner Mensch, z.B. durch Google Glass in Verknüpfung mit Social Media. Mehr zum Thema Sicherheit)
  • Virtueller Spam
  • Fehler in der Darstellung aufgrund billiger GPS-Sensoren in verschiedenen Endgeräten
  • Durch verstärkte Immersion (Eintauchen in die virtuelle Welt) gesteigerte Emotionen – positive wie negative